instagram - kimischalla

Die Überschneidung von virtueller und realer Welt. Ich stehe morgens auf, dass erste was ich tue, ist auf mein Handy gucken. Ich gehe duschen. Danach gucke ich nochmal drauf. Das geht den ganzen Tag so. Halte das Handy immer dicht bei mir. Bis ich Abends ins Bett gehe und mich mit meinem Handy ins Bett kuschel. 24 Stunden Beschallung. Massenhafte Überreizung von Bildern, Videos und diesen ganzen vielen Meinungen. Man denkt nicht mehr über seinen eigenen Gedanken nach, sondern lässt sich eine Meinung einflößen von so vielen verschiedenen Seiten. Und scheint dann zu wissen, was man denkt. Aber was denke ich selbst eigentlich? was beschäftigt mich? Ein so privater Ort der Erleichterung und Emotionen wird somit zu einem Raum öffentlichem Geschehens und für jeden zugänglich. Alles verschmolzen. Man existiert und trotzdem ist es so schwer. Deine Daten sind deine neuen Gefühlen, diese Daten leiten dich irgendwo hin und dringen in dein tiefstes Inneres. Man übt sich darin sich so viel wie möglich mit sich selbst zu beschäftien, tut dies aber eigentlich gar nicht. Selfies sind halt nicht man selbst. Muss ich denn wirklich 24 Stunden an 7 Tagen der Woche erreichbar sein? Muss sich digitale Kommunikation wie ein Job und ja eine Berufung anfühlen? Muss ich mein Leben jede Sekunde jemanden offenbaren und jedes ach so kleines Detail in meine Tasten hauen, damit meine Freunde bescheid wissen? Man legt sich seine Erzählweise so zusammen wie man sie haben will, wenn es deine Erzählweise noch gibt, weil erzählen tut man nicht mehr viel. Ich nenne es konsumieren. Fantasie wieder aktivieren. Zuhören, gucken, reagieren. Ist die Onlinewelt ein Schutz für emotionale Reaktionen und Ausbrüchen, sollen diese gestoppt werden? Sollen diese zum Schweigen gebracht werden? Nein. Unnatürlichkeit wird gefördert, ein Bild geformt, was man nicht so ist, was Spaß macht aber auch zerstören kann. Der Austausch zwischen Menschen und Maschine werfen Fragen auf die menschliche Existenz. Maschinen definieren unser Menschsein, sollte das so sein? Nicht andersrum? Menschen sind so damit beschäftigt zu scrollen und zu klicken, als wären sie Maschinen, die eingestellt sind. Eine Zukunft, die man sich immer vorstellt, die aber schon längst Realität geworden ist?