instagram - kimischalla

SLEEP WELL - DEUTSCHER JUGENDFOTOPREIS 2014 - 3. PLATZ ALTERSGRUPPE (16-20 JAHRE), AUSGESTELLT AUF DER PHOTOKINA 2014
Wie bist du auf die Idee zu deinem Bild gekommen und worum geht es dir dabei? 
- ‚Sleep well’ – es geht um den Tod. Darum, dass ich nicht an den Tod glaube, darum dass ich der Meinung bin, dass Schlafen unsere Vorbereitung auf den Tod ist, eine Art Gewöhnungsphase. 
Abgebildet ist eine Frau, die alleine ist, immer umgeben von vielen Menschen und Familie, aber mehr alleine und unter Druck gesetzt, als sie selber vielleicht wissen mag. Eine Frau, die sich für alle freut und es genießt, die Freude anderer zu sehen. 

Seit wann fotografierst du? Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Weißt du noch, was dein erstes Foto war? 
- Ich fotografiere, seitdem ich 14 Jahre bin. Seit einem Jahr aber nicht mehr regelmäßig, weil ich mittlerweile als Illustratorin arbeite, und ich fotografieren als zusätzliche Art und Weise sehe, mich visuell auszudrücken. Es macht Spaß, sich eigene Ideen auszudenken und Bilder auszuprobieren. Ich finde es spannend, den Unterschied zwischen „durch die Kamera gucken“ und der Realität zu sehen. Meine Mutter ist Fotoredakteurin, sodass die Fotografie unbewusst und bewusst immer ein Thema um mich herum war und noch immer ist. An mein erstes Foto kann ich mich nicht erinnern, aber es war bestimmt meine Katze. 

Hast du Vorbilder in der Fotografie? 
- Ich habe kein konkretes Vorbild, aber natürlich Fotografen, die ich bewundere, wie David LaChapelle und Cindy Sherman. David LaChapelle, weil er Übertreibung, Drama, Extravaganz und Ironie mit sozialen Botschaften kombiniert und einfach unglaubliche Kulissen gestaltet, ich würde am liebsten in seinen Bildern wohnen und nie mehr aus dieser Wohnung rausgehen. 

Welche persönliche Bedeutung hat die Fotografie für dich? 
- Ich habe schon früh angefangen zu fotografieren, und es ist mittlerweile eine weitere Möglichkeit neben dem Malen, mich visuell auszudrücken und mit meinen Ideen zu spielen. Fotografieren ist für mich wie spielen. 

- Jurybegründung -
Gedankenlesen müsste man können: Was geht in dieser Frau vor? Leeren Blickes steht sie da, eingehüllt in ihrem Mantel. Ein Zeichen der Ankunft oder des Aufbruchs? Hält sie die Hand der anderen Person oder ist sie es, die gehalten wird? Das Auge wandert weiter. Zu den Ästen, zum Pflanzengrün, zum Bilderrahmen. Und bleibt immer wieder an der in Gedanken versunkenen Frau hängen. In diesem Bild entdeckt man immer etwas Neues, es lebt von den kleinen Details, vom Spiel mit den vielen Ebenen, von einem Geheimnis. Kimiya Justus gelingt eine spannende Konstruktion, die vieles im Verborgenen lässt und gleichzeitig eine starke Anziehungskraft auf den Betrachter ausübt.